Gastartikel : Entwicklung der Kurzsichtigkeit bei Heranwachsenden 1. Teil

Wir freuen uns über diesen Gastartikel in 3 Teilen von Pascal Blaser M.Sc. der über ein unglaublich wichtiges und brisantes Thema berichtet:

Entwicklung der Kurzsichtigkeit bei Heranwachsenden

von Pascal Blaser M.Sc.

2016 haben sich die World Health Organization (WHO) und verschiedene internationale Institutionen sich dem Thema der Kurzsichtigkeit intensiv gewidmet und Empfehlungen zur Kontrolle einem Fortschreiten der Kurzsichtigkeit veröffentlicht. Anlass waren teils erschreckende Zahlen der Verbreitung von Kurzsichtigen Kindern und Jugendlichen weltweit. Ein Anstieg von 23% an Kurzsichtigen im letzten Jahrzehnt zeigen sich insbesondere in Asien, wo 69% der 15-Jährigen Kurzsichtig sind, in Singapur ist dies mit 85% sehr offensichtlich. Mit 5% befindet sich Afrika am anderen Ende der regionalen Inzidenz. Die Kurzsichtigkeit hat auch in Europa zugenommen. Hier sind 20-40% der Bevölkerung kurzsichtig (Deutschland 26,5%).

Die Entwicklung zeigt, dass die Kurzsichtigkeit bei Kinder und jungen Erwachsenen von Generation zu Generation derzeit stark zunimmt und immer in jüngeren Kinderjahren beginnt. Dies ist insofern problematisch, da dies mit einem höheren Grad an Kurzsichtigkeit im späteren Leben verbunden ist und damit wiederum den Risikofaktor für verschiedene Augenerkrankungen erhöht, einschließlich dem grünen Star, Katarakt, Netzhautablösung und myopischer Makulopathie. Dabei zählt jede Dioptrie (Maßeinheit der Brillenstärke) da 1 Dioptrie mehr an Stärke das Risiko einer Augenerkrankung um ein Vielfaches erhöht.

Eine hohe Kurzsichtigkeit und dessen Folgen wird als eine der häufigsten Ursache für Erblindung in den USA und Europa angegeben und als häufigste Ursache für Erblindung in Japan.

Risikoeinschätzung

Die Herausforderung liegt dabei in der Prognose, das Risiko einer hohen Kurzsichtigkeit (Myopie) zu schätzen und dann effektive Myopiekontrollstrategien in die Wege zu leiten.

Es gibt im Internet Fragebögen und Analysewebseiten (www.myopiacare.org), die in der Lage sind, das Risiko einer zu erwartenden hohen Kurzsichtigkeit zu identifizieren. Diese basieren auf einer Reihe prädiktiver Indizes einschließlich der Geschichte parentaler Myopie, Refraktionsfehler bei Geschwistern, Ethnizität, Lebensstil des Kindes oder Jugendlichen sowie dem Alter bei Beginn und Entwicklung der Myopie.

Neugierig ? Hier gibt es mehr Infos!

Im nächsten Artikel geht es dann um :

Hinweise zur Lebensweise und Zeit im Freien

Korrektionsoptionen für kurzsichtige Kinder und Jugendliche

Und in Teil 3 schließen wir mit :

Wann sollte man beginnen?

Gero Mayer

"Ich helfe Menschen zu Sehen". Dieses Motto lebe ich seit meinem ersten Tag Augenoptik vor über 10 Jahren und habe es dank meiner klinischen Arbeit in der Augenheilkunde der Uniklinik Frankfurt immer weiter verbessert. Nutzen Sie mein Wissen für Ihre Gesundheit. Ich bin für Sie da!

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